Regensburg als Pharmadrehscheibe (02/2000)
Einer der größten pharmazeutischen Auftragshersteller Europas hat
sich zum Engagement in Regensburg entschlossen. Die Berliner Haupt
Pharma Gruppe hat von DSM gerade den Betriebsteil Pharmazeutische
Produktion mit 80 Beschäftigten erworben und in die Haupt Pharma
Regensburg GmbH umgewandelt.
Die chemische pharmazeutische Fabrik GmbH & Co. KG Heinz Haupt
wurde 1937 gegründet. Bis 1995 wurden im Auftrag der Pharmaindustrie
fast ausschließlich Tabletten und Dragees hergestellt. In den
vergangenen Jahren entwickelte sich das Unternehmen zum
"Fullservice-Anbieter" mit den Niederlassungen Berlin, Wolfratshausen,
Stuttgart, Münster und Göttingen. Haupt Pharma stellt mehr als 1500
verschiedene Präparate in fester und flüssiger Form her. Das Spektrum
der Serviceleistungen für die pharmazeutische Industrie reicht von der
Entwicklung über die Arzneimittelzulassung, Qualitätskontrolle und die
Vertriebserlaubnis bis hin zur Lagerung, Logistik und Verpackung. Haupt
Pharma hat derzeit fast 1000 Mitarbeiter und mehr als 100 Kunden, von
der kleinen Spezialfirma bis hin zu US-Konzernen. Das Unternehmen
verbuchte zuletzt einen Umsatz von 100 Mio. €.
Die in Regensburg vorliegende hohe Kompetenz in der Herstellung von
Medikamenten im ehemaligen Bristol-Myers-Squibb Gelände mit u.a. hohen
Sicherheitsanforderungen wie Reinstraumbedingungen, war letztendlich
ein entscheidender Standortfaktor. Ein weiterer waren die im Bereich
Pharmalogistik in Regensburg vorhandenen Perspektiven und nicht zuletzt
die nachhaltige Unterstützung des Amtes für Wirtschaftsförderung durch
Herrn Dieter Daminger.
Auch im Bereich Biotechnologie eröffnen sich interessante Perspektiven.
Mittelfristig will Haupt Pharma im Regensburger Areal weitere Firmen
ansiedeln. Die Haupt Pharma Manager Wolfgang Krüger und Hans-Wolfram
Hardtke sehen große Synergiepotentiale mit der BioPark Regensburg GmbH
unter ihrem Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal. So sei vorstellbar,
dass junge Firmen, welche sich zunächst auf dem Unigelände in der
Branche etabliert haben, später auf das Gelände der Haupt Pharma
umziehen. Ein Kompetenzzentrum Biotechnologie hätte in unmittelbarer
Nachbarschaft eines pharmazeutischen Produktionsunternehmens durchaus
seine Vorteile. Insbesondere, weil Haupt Pharma derzeit dabei ist ihre
GmbH in eine Aktiengesellschaft umzubauen und innerhalb der nächsten
drei bis fünf Jahre einen Börsengang zu wagen.
Weiter Informationen unter: